Der TSV Kriegshaber – Traditionsverein unseres Stadtteils

Als der TSV gegründet wurde, war Kriegshaber noch ein selbständiges Dorf. Auch heute sprechen die Alt-Eingesessenen immer noch vom „Dorf“, wenn sie Kriegshaber meinen.

 

Die „Geburt“ des Vereins

Die Geburt des „TSV“ erfolgte am 10. Juli 1888, damals noch unter dem Namen „Turnverein Kriegshaber“. Gründer waren turnbegeisterte Männer der Freiwilligen Feuerwehr Kriegshaber. Das erste Vereinsvermögen betrug damals 104 Mark und 90 Pfennig.

 

Der Verein bekam rasch Zulauf und entwickelte sich sehr gut. Um die Jahrhundertwende durften erstmals auch Frauen und Mädchen mitturnen – damals sicher eine bahnbrechende Neuerung.

 

Aus der Gründerzeit: Die TV-Kriegshaber-Turnerriege. Das Foto entstand vermutlich

kurz vor der Jahrhundertwende.

 

1916 hatten sich erstmals junge Fußballspieler dem Verein angeschlossen. Diese Verbindung war nicht von Dauer, die Fußballer mussten sich auf Anweisung des Turnverbandes im Jahr 1924 von den Turnern trennen. Unter dem Namen „SV Kriegshaber“ gründeten sie zunächst einen eigenen Verein, der dann später (siehe unten) von der Konkurrenz aus Oberhausen „geschluckt“  wurde.

 

Neuaufbau nach dem 1. Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg hinterließ viele Lücken in der Turnerschaft. Der Neubeginn war schwierig. Trotzdem konnte mit Mithilfe verbliebener und neu dazu gekommener Mitglieder bereits 1919 an der Neusäßer Straße ein neues Turngebäude bezogen werden, das in vielen freiwilligen Arbeitsstunden von den Mitgliedern erstellt wurde. Die jetzige junge Generation, die heute im „Spectrum“ Rock- und Pop-Konzerte besucht, weiß wohl kaum etwas von der Geschichte dieser ehemaligen TSV-Turnhalle.

 

1935 brachte dann auch das vorübergehende Ende des Fußball-Vereins. Er wurde mit dem damaligen BCA „zwangs-vereinigt“ und brachte damit Augsburg eine sehr bekannte und spielstarke Mannschaft.

 

Schwerer Neustart nach dem zweiten Weltkrieg

Auch der zweite Weltkrieg war mit schweren Verlusten für den TV und den SV verbunden. 1947 holten dann zwei überlebende Sportkameraden, Matthias Neumayer und Karl Traber, alle noch auffindbaren Sportler des TV und des SV zusammen und hoben den heutigen TSV Kriegshaber aus der Taufe.

 

1948 kam eine Handballabteilung dazu. Im Jahr 1979 schlossen sich die Ringer und Gewichtheber des SC Augusta dem TSV an. Später wurde eine Volleyball-Abteilung gegründet.

 

Infolge des Neubaus der B 17 musste der Sportplatz am Osterfeld, der mitten im Herzen von Kriegshaber lag, und von allen bequem erreicht werden konnte – auch zu Fuß - verlegt werden. Im Juli 1982 wurde die neue, jetzige Sportanlage am Kobelweg eingeweiht. Neben zwei Fußballplätzen wurden auch drei Tennisfelder angelegt, denn inzwischen hatte sich im Verein eine Tennis-Abteilung gegründet (1982).

 

Die Turner und Ringer waren weiterhin in der alten Turnhalle an der Neusäßer Straße aktiv, bis dann 1988, rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum, die neue Zweifach-Turnhalle am Kobelweg eingeweiht werden konnte. Seit dem sind alle Abteilungen des TSV Kriegshaber „unter einem Dach“ bzw. an einem Platz vereinigt. Leider sind die Ringer, auf deren Bedürfnisse die Halle im wesentlichen zugeschnitten wurde, nicht mehr dabei. Sie wanderten später nach Diedorf ab. An die früheren Erfolge in Kriegshaber konnten sie dort allerdings nicht mehr anknüpfen.

 

Der Verein in guten Händen

Von 1969 bis 1997 lenkte Richard Merchlowski die Geschicke des TSV. Während der Umbruchszeit in den achtziger und neunziger Jahren trugen seine Tatkraft, seine Umsicht und nicht zuletzt sein Verhandlungsgeschick – z. B. mit dem Sportamt der Stadt Augsburg – ganz wesentlich dazu bei, dass der TSV heute nicht nur ein „Aushängeschild“ von Kriegshaber, sondern auch einer der erfolgreichsten Augsburger Vereine ist. Hierfür gebührt ihm unser herzlicher Dank.

 

Hermann Josef Schnierle führte den Verein ab 1997 zwei Jahre lang. In seine Amtszeit fällt unter anderem die Gründung der Tischtennis-Abteilung.

 

Ab Mai 1999 leitete Uschi Reiner als 1. Vorstand erfolgreich den TSV Kriegshaber. In ihrer Amtszeit gelang eine weitgehende finanzielle Konsolidierung. Durch die gelungene Fusion mit dem Tennisverein „Schmutterpark Neusäß“ zum Jahreswechsel 2000/2001 konnte der Spielbetrieb im Bereich Tennis ausgebaut werden; es entstanden - entgegen der allgemeinen Entwicklung - dadurch zwei neue Tennisplätze auf dem Vereinsgelände. Der Bau von zwei Stockbahnen im Jahr 2004 ergänzte die sportliche Angebotspalette des TSV Kriegshaber.

 

Seit März 2011 führt Axel Peter den TSV Kriegshaber. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Die hervorragende Jugendarbeit der Abteilungen sorgt dafür, dass der TSV auch in Zukunft eine bedeutende Rolle in der Augsburger Sportszene spielen wird. Neben dem sportlichen weist die Jugendarbeit aber auch einen wichtigen sozialen Aspekt auf, nämlich Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung im Kreis von Gleichaltrigen zu ermöglichen. Die Vereinsleitung des TSV Kriegshaber ist sich dieser Aufgabe bewusst und sieht es als ihre Pflicht an, diese Zielsetzung tatkräftig zu verfolgen.

 

Der TSV Kriegshaber feierte 2013 sein 125jähriges Bestehen. Gemeinsam mit den Mitgliedern blickt man in eine vielversprechende Zukunft im Augsburger Westen.

Die aktuelle Vorstandschaft:

v.l.n.r.: Hanns M. Kapfer (Hauptkassier), Ralph Schnell (stellv. Hauptkassier),
Roger Endraß (3. Vorstand), Monika Schmid (stellv. Schriftführerin),
Axel Peter (1. Vorstand), Manfred Rauch (Schriftführer),
Rolf Schnell (2. Vorstand)